Ein Produkt zu entwickeln, das sich einfach und zu minimalen Kosten fertigen lässt, ist eine heikle Aufgabe. Eine schlecht durchdachte Industrialisierung führt innerhalb weniger Monate unweigerlich zur Katastrophe, selbst wenn Ihr Produkt ein kommerzieller Erfolg ist!
Sie werden weder produzieren noch liefern können, und während Sie Ihre Energie und Ihr Geld darauf verwenden, Qualität zu erzeugen, verärgern Sie Ihre Vertriebsmitarbeiter und Ihre Kunden, die auf das versprochene Angebot warten müssen.
Eine methodische und rigorose Industrialisierung ermöglicht es, diese Fallstricke zu vermeiden. Sie beginnt bereits mit der validierten Machbarkeitsstudie und endet, wenn die Produktion zur Routine wird.
Eine gut durchgeführte Industrialisierung beginnt mit drei zentralen Arbeitsfeldern:
Erfassen Sie den gesamten Bedarf, ohne die regulatorischen Anforderungen zu vergessen.
Ein Industrieprodukt, so einfach es auch sein mag, muss die europäischen Normen und Vorschriften erfüllen, um die CE-Kennzeichnung zu erhalten. Die europäischen Richtlinien sind komplex und werden immer anspruchsvoller.
Wenn Sie Ihr Produkt ausserhalb des CE-Raums vermarkten möchten, informieren Sie sich über die lokalen Vorschriften. Die technischen Normen sind in der Regel vereinheitlicht, aber die Akzeptanzschwellen unterscheiden sich von Region zu Region.
Wählen Sie ein Industrialisierungsszenario, das zu Ihren Ambitionen und den verfügbaren Kompetenzen passt.
Wenn Ihr Know-how im Produktdesign liegt, nicht aber in der Fertigung, sollten Sie von Anfang an über eine Auslagerung der Fertigung nachdenken. Einige Partner können sogar die gesamte Supply Chain für Sie übernehmen.
Und schaffen Sie frühzeitig Klarheit über die Grundlagen: Produktionskapazität, Losgrössen und Saisonalität der Nachfrage.
Achten Sie auch darauf, nicht zu abhängig von Ihrem Zulieferer zu werden; es ist wichtig, von Anfang an alternative Lieferanten einzuplanen.
Zögern Sie nicht, Simulations- und Prototypenphasen einzuplanen.
Späte Änderungen sind am teuersten. Sie lassen sich umso leichter auffangen, je besser es Ihnen gelungen ist, ein Klima des Vertrauens mit Ihren Partnern aufzubauen.
Sind diese Arbeitsfelder abgeschlossen, bleibt Ihnen noch, den Produktionshochlauf und den Übergang zur Serienfertigung erfolgreich zu meistern.
Denken Sie daran, Risiken zu managen, um Rückschläge während der gesamten Entwicklung zu minimieren. Die Erfahrung hat mich gelehrt, dass Murphys Gesetz immer gilt: Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen.