Ein Ursache-Wirkungs-Diagramm ist ein Visualisierungsinstrument, mit dem sich die möglichen Ursachen eines Problems kategorisieren lassen. Es dient dazu, die Grundursachen eines Problems zu identifizieren, wie wir es in unserem Artikel vom 7. Oktober 2022gesehen haben. Das Fischgräten-Diagramm, das in der Regel für die Ursachenanalyse eingesetzt wird, verbindet die Praxis des Brainstormings mit einem Mindmap-Modell. Es soll als Testtechnik zur Bestimmung von Ursachen und Wirkungen wirksam sein.
Es wird auch Fischgräten-Diagramm genannt und ist in Produktentwicklungs- und Fehlerbehebungsprozessen nützlich. In der Regel dient es dazu, ein Gespräch auf ein Problem zu fokussieren. Nachdem die Gruppe alle möglichen Ursachen eines Problems per Brainstorming gesammelt hat, hilft der Moderator der Gruppe, die potenziellen Ursachen nach ihrer Bedeutung zu ordnen und eine Hierarchie aufzustellen. Der Name des Diagramms leitet sich von seiner Form ab, die an das Skelett eines Fisches erinnert. Fischgräten-Diagramme werden in der Regel von rechts nach links entwickelt, wobei sich jede grosse “Gräte” des Fisches in kleinere Gräten verzweigt, die jeweils mehr Details enthalten.
Kaoru Ishikawa, ein japanischer Experte für Qualitätskontrolle, erfand das Ursache-Wirkungs-Diagramm, um Mitarbeitenden zu helfen, Lösungen zu vermeiden, die lediglich die Symptome eines viel grösseren Problems behandeln. Ursache-Wirkungs-Diagramme zählen zu den sieben grundlegenden Qualitätswerkzeugen und werden in der Phase “Analyse” des DMAIC-Ansatzes (Define, Measure, Analyse, Improve, Control) von Six Sigma zur Problemlösung eingesetzt.
Wie erstellt man ein Ursache-Wirkungs-Diagramm
Ursache-Wirkungs-Diagramme werden in der Regel während einer Teambesprechung erstellt und auf einem Flipchart oder Whiteboard gezeichnet. Sobald ein Problem identifiziert wurde, das genauer untersucht werden muss, können Teams die folgenden Schritte befolgen, um das Diagramm zu erstellen:
Der Kopf des Fisches entsteht, indem das Problem als Aussage formuliert und mit einem Kasten umrahmt wird. Anschliessend wird ein horizontaler Pfeil über die Seite gezogen, der auf den Kopf zeigt. Dies ist das Rückgrat des Fisches.
Anschliessend werden mindestens vier übergeordnete "Ursachen" identifiziert, die zum Problem beitragen könnten. Zu den generischen Ausgangskategorien zählen Methoden, Kompetenzen, Ausrüstung, Personen, Materialien, Umgebung oder Messungen. Diese Ursachen werden dann mit Pfeilen als Verzweigungen vom Rückgrat gezeichnet und bilden die ersten Gräten des Fisches.
Für jede Hauptursache sollten die Teammitglieder per Brainstorming ergänzende Informationen sammeln, die dazu beitragen können. Dazu werden in der Regel Fragetechniken wie die 5 Whys oder die 4P (Policies, Procedures, People und Plant) eingesetzt, damit das Gespräch fokussiert bleibt. Diese Einflussfaktoren werden notiert, um daraus die entsprechende Ursache abzuleiten.
Dieser Prozess der Aufschlüsselung jeder Ursache wird fortgesetzt, bis die Grundursachen des Problems identifiziert sind. Anschliessend analysiert das Team das Diagramm, bis ein Ergebnis und die nächsten Schritte vereinbart sind.
Wann sollte ein Ursache-Wirkungs-Diagramm eingesetzt werden
Hier sind einige Gründe, aus denen ein Team den Einsatz eines Fischgräten-Diagramms in Betracht ziehen kann:
- Um die möglichen Ursachen eines Problems zu identifizieren.
- Um die Entwicklung eines Produkts zu unterstützen, das die Schwächen der aktuellen Marktangebote behebt.
- Um Engpässe oder Schwachstellen in einem Geschäftsprozess aufzudecken.
- Um wiederkehrende Probleme oder die Erschöpfung der Mitarbeitenden zu vermeiden.
- Um sicherzustellen, dass jede eingeführte Korrekturmassnahme das Problem tatsächlich löst.